Jetzt wird’s ernst mit dem TCF 2.0: Online-Vermarkterkreis gibt einen ersten Ausblick

Jetzt wird’s ernst mit dem TCF 2.0: Online-Vermarkterkreis gibt einen ersten Ausblick

Am 15. August 2020 tritt das Transparency and Consent Framework 2.0 des IAB Europe in Kraft. Branchengrößen wie Google unterstützen das Framework, ohne das bald nichts mehr gehen wird. In einem Online-Panel informiert der Online-Vermarkterkreis am Mittwoch über die wichtigsten Fakten für den österreichischen Markt.

Es sind nur mehr wenige Tage, bis am 15. August 2020 die neue Version des vom IAB Europe konzipierten Transparency and Consent Framework in seiner zweiten Version in Kraft (TCF 2.0) tritt. Es bietet die technische Infrastruktur für die Abfrage und Übermittlung der Nutzereinwilligung zwischen Publishern, Advertisern, Verlagen und ihren Technologiepartnern. Das TCF 2.0 schafft einen einheitlichen Standard für die datenschutzkonforme Ausspielung von digitaler Werbung und schafft eine präzise Zustimmung zur Nutzung der Userdaten. Wesentliche Player der AdTech-Landschaft wie Google, Xandr, Adition, Qantcast, Taboola oder MediaMath haben sich bereits verpflichtet, das Framework zu unterstützen. Google plant die Einführung bereits im dritten Quartal 2020.

TCF 2.0 bringt Vorteile für die Digitalwirtschaft

Künftig wird dadurch auf sehr vielen Seiten keine Werbung mehr unterstützt, wenn kein zugehöriger IAB Transparency & Consent String (TC String) über die zugehörige Consent Management Plattform abgefragt werden kann. Er stellt die Rechtsgrundlage für das Ausspielen der Werbung dar. TC Strings können ausschließlich über vom IAB zertifizierte Consent Management Plattformen generiert werden. Publisher gewinnen durch TCF 2.0 mehr Kontrolle über die Verarbeitung personenbezogener Daten durch Technologiepartner und User können ihre Einwilligung flexibel erteilen oder verweigern. Beispielsweise haben sie mehr Kontrolle über die Verwendung bestimmter Funktionen, wie etwa der Geolokalisierung.

Im Zentrum von TCF 2.0 steht der Fokus auf das „legitime Interesse“. Zudem wurde die Anzahl der Verwendungszwecke von fünf auf zehn verdoppelt und zwei Verwendungszwecke („Purposes“) eingeführt, denen User unter anderem aus Sicherheitsgründen nicht widersprechen können.

Die österreichische Sicht auf TCF 2.0

Beim „Digi Talk“ des Online-Vermarkterkreises im iab austria diskutieren am Mittwochnachmittag Christoph Truppe (Smarter Ecommerce), Marvin Zinowksy (YOC) und Markus Lauscher (styria digital one) über die Auswirkungen auf den österreichischen Markt.

„Das zentrale Interesse der EU-Datenschutzgrundverordnung liegt in der Rechtmäßigkeit der Datenverarbeitung. Ohne TCF gäbe es keinen Standard und ein heilloses Durcheinander und Verwirrung bei Usern und Publishern. Das berechtigte Interesse der Publisher wird im TCF 2.0 klar geregelt und schafft Rechtssicherheit“ führt Zinowsky ein. „Eine große Hürde von TCF 1.1 war das Fernbleiben von Google, das nun das neue Framework unterstützt. Weitere Kritikpunkte am alten TCF wurden berücksichtigt und ein gänzlich neuer Standard geschaffen.“

Die Einwilligung durch die User muss laut EU-DSGVO freiwillig, explizit, vorab und dokumentiert sowie jederzeit widerrufbar erfolgen. Die Informationspflicht liegt beim Publisher, der die Verwendung der Daten möglichst granular offenlegen muss. Die einheitlichen Standards der Global Vendor List (GVL) schaffen eine zentrale Plattform für das uniforme Consent Management, wodurch alle Teilnehmer im Ökosystem präzise Informationen erhalten.

Ein Cookie-Banner reicht nicht

Im TCF 2.0 kann das legitimierte Interesse signalisiert werden. Die Verwendungszwecke können in sogenannten „Stacks“ gebündelt werden, woraus mehr Transparenz für User und mehr Kontrolle für Publisher resultiert. Publisher, die bereits eine CMP im Einsatz haben, müssen ab 15. August 2020 auf eine neue Version upgraden, da das TCF 1.1 ab diesem Tag vom Markt genommen wird. Zinowsky rät, möglichst früh umzusteigen, da sich die Consent Strings neu aufbauen müssen. Gute Unterstützung erhalten Publisher von den Vermarktern, die flächendeckend Consent Management Plattformen im Einsatz haben.

„Es gibt keinen Grund mehr, auf eine Consent Management Plattform zu verzichten. Ein Cookie-Banner allein reicht nicht. TCF 2.0 wird entscheiden, wo Werbung ausgespielt wird. Wer nicht mitmacht, verliert bares Geld und setzt sich einem rechtlichen Risiko aus“, bekräftigt Zinowsky.

Lauscher weist darauf hin, dass auch Analysescripts und Embed-Codes überprüft werden müssen und nicht nur die Werbescripts. Sie dürfen nur nach Zustimmung durch den User ausgeführt werden, da auch hier Daten übermittelt werden. Über 420 Tech-Vendoren sind bereits im TCF 2.0 registriert, wobei der Online-Vermarkterkreis von einem starken Andrang in den nächsten Wochen ausgeht. Publisher sind gut beraten, die Vendoren laufend zu kontrollieren und allfällige Updates vorzunehmen.

„TCF 2.0 ist nicht das Ende des Weges, aber ein großer Meilenstein. Es wird zu Anpassungen und Weiterentwicklungen kommen“, betont Lauscher.

Ad-Stack zeigt die Lösungen am österreichischen Markt Einen guten Überblick über die am österreichischen Markt im Einsatz befindlichen Consent Managemement Plattformen liefert auch der kürzlich vom Online-Vermarkterkreis veröffentlichte Ad-Stack (https://www.leisure.at/de/presse/5014/Mehr-Transparenz-Erste-Uebersicht-ueber-den-heimischen-Digital-Werbemarkt–BILDGRAFIK), der laufend erweitert wird.

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