„Fake News“ sind kein Randphänomen mehr. Sie sind Teil unserer digitalen Realität – sie prägen, verzerren und gefährden zunehmend den gesellschaftlichen Diskurs. Spätestens seit der Verbreitung von Deep Fakes verschwimmen die Grenzen zwischen Wahrheit und Manipulation. Was wir online sehen, hören oder lesen, ist nicht automatisch echt. Und doch treffen wir auf dieser Grundlage täglich Entscheidungen – politisch, wirtschaftlich, privat.
„Fake News“ sind kein Randphänomen mehr. Sie sind Teil unserer digitalen Realität – sie prägen, verzerren und gefährden zunehmend den gesellschaftlichen Diskurs. Spätestens seit der Verbreitung von Deep Fakes verschwimmen die Grenzen zwischen Wahrheit und Manipulation. Was wir online sehen, hören oder lesen, ist nicht automatisch echt. Und doch treffen wir auf dieser Grundlage täglich Entscheidungen – politisch, wirtschaftlich, privat.
Als größte Interessenvertretung der Digitalwirtschaft in Österreich sieht das IAB Austria darin nicht nur eine Herausforderung, sondern eine Verantwortung.
Denn digitale Kommunikation braucht Vertrauen. Ohne Vertrauen gibt es keine funktionierende Demokratie, keine werthaltige Wirtschaft und keine informierte Gesellschaft.
Wer trägt Verantwortung – und wie teilen wir sie gerecht?
Wenn es um Desinformation geht, ist schnell von „den Plattformen“ die Rede. Doch die Wahrheit ist komplexer.
„Fake News“ entstehen nicht im luftleeren Raum – sie werden produziert, geteilt, geglaubt und verstärkt.
Die Plattformen tragen Verantwortung für die Transparenz ihrer Systeme, für faire Algorithmen und klare Regeln, wenn Falschinformationen Schaden anrichten.
Die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, die Sicherheit und Meinungsfreiheit gleichermaßen gewährleisten.
Die Medien müssen mit Qualität, Fakten und Glaubwürdigkeit gegenhalten.
Und wir alle als Nutzer:innen sind Teil der digitalen Öffentlichkeit – mit der Pflicht, Inhalte zu prüfen, Quellen zu hinterfragen und Verantwortung für unser eigenes Kommunikationsverhalten zu übernehmen.
Verantwortung im digitalen Raum ist also kein Nullsummenspiel, sondern ein gemeinschaftlicher Prozess. Nur wenn alle Akteure an einem Strang ziehen, kann das Vertrauen in digitale Kommunikation gestärkt werden.
Die „Fake-News-Strategie“ des IAB Austria
Mit der „Fake-News-Strategie“ entwickelte das IAB Austria gemeinsam mit Partnern aus Politik, Medien und Wirtschaft eine koordinierte Antwort auf die wachsende Bedrohung durch Desinformation, Fake News und Deep Fakes. Ziel ist es, Vertrauen in die digitale Kommunikation zu stärken und die demokratische Resilienz Österreichs zu fördern.
Die Strategie beruht auf drei Säulen:
- Verantwortung und Transparenz: Umsetzung der Vorgaben aus dem Digital Services Act (DSA) und Schaffung fairer Wettbewerbsbedingungen.
- Stärkung der Resilienz: Ausbau von Medienkompetenz, Prebunking-Formate und Bildungsinitiativen, um Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen zu befähigen, Desinformation zu erkennen.
- Zukunft durch Qualität: Förderung von Qualitätsjournalismus und faire Rahmenbedingungen für österreichische Medien, die für Glaubwürdigkeit und Vielfalt stehen.
So entsteht ein gesamtgesellschaftlicher Ansatz – getragen von Zusammenarbeit statt Konfrontation.
Warum Vertrauen wirtschaftlich relevant ist
Vertrauen ist mehr als ein moralischer Wert – es ist ein ökonomischer Faktor.
Die Werbe- und Medienbranche lebt davon, dass Menschen Informationen als glaubwürdig empfinden. Nur wer vertraut, bleibt loyal, konsumiert bewusst und ist bereit, sich mit Inhalten auseinanderzusetzen.
Fehlt dieses Vertrauen, bricht das Fundament der digitalen Wirtschaft weg: die Beziehung zwischen Nutzer:innen, Marken und Medien.
Deshalb ist die „Fake-News-Strategie“ nicht nur ein gesellschaftspolitisches Projekt, sondern auch ein Beitrag zur Stärkung des digitalen Wirtschaftsstandorts Österreich.
Europa im Kontext – Österreich als Vorreiter
In Europa wird der Umgang mit Desinformation zunehmend zur Standortfrage. Während der Digital Services Act neue regulatorische Leitplanken setzt, zeigt sich: Gesetzliche Rahmenbedingungen allein reichen nicht.
Es braucht gemeinsames Handeln – abgestimmt zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Österreich hat hier die Chance, als eines der ersten Länder Europas eine nationale Strategie umzusetzen und damit ein Vorbild für andere Märkte zu werden.
Der Weg zum Round Table
Der nächste Schritt ist der Round Table „Gemeinsam gegen Fake News“, den das IAB Austria Anfang November veranstaltet.
Hier treffen Entscheidungsträger:innen aus Politik, Medien, Plattformen und Wirtschaft aufeinander, um konkrete Maßnahmen zu besprechen – von Bildungsinitiativen bis zu fairen Wettbewerbsbedingungen im Netz.
Ziel ist es, eine Task Force „Digitale Kommunikation & Vertrauen“ zu etablieren, die diese Themen strukturell verankert und langfristig begleitet.
Ausblick: Die Blogserie
Diese Blogserie begleitet den Prozess und vertieft die drei zentralen Themenbereiche der „Fake-News-Strategie“:
- Verantwortung der Plattformen – Wie kann Regulierung fair und innovationsfreundlich umgesetzt werden?
- Medienkompetenz und Resilienz – Wie können Bildung und Aufklärung vor Manipulation schützen?
- Qualität und Vielfalt – Warum Förderpolitik und Qualitätsjournalismus die Basis einer demokratischen Öffentlichkeit sind.
Im abschließenden Beitrag zeigen wir, wie Österreich mit vereinten Kräften zu einem europäischen Vorreiter im Kampf gegen Desinformation werden kann.