Mehr Transparenz: Erste Übersicht über den heimischen Digital-Werbemarkt

Mehr Transparenz: Erste Übersicht über den heimischen Digital-Werbemarkt

Online-Vermarkterkreis veröffentlicht ersten Ad-Stack. Listung in der Übersicht steht auch Nichtmitgliedern offen. Besonderes Augenmerk liegt auf Consent-Management-Plattformen.

Der OVK hat mit dem neuen österreichischen Ad-Stack eine erste umfassende Orientierungshilfe für Werbetreibende veröffentlicht, die einen komprimierten Überblick über den Markt gibt. In einer Matrix-Struktur zeigt er, welche Technologien und Möglichkeiten die einzelnen Vermarkter im Einsatz haben. Unter anderem wird transparent dargestellt, welche Adserver-Technologien für Video- und Displaywerbung implementiert sind, wobei zwischen klassischen und programmatischen Kampagnen unterschieden wird. Ebenso ist erstmals auch ersichtlich, wo Header-Bidding-Lösungen bereits im Einsatz sind. Insgesamt ergibt sich eine stark diversifizierte Tech-Landschaft aus eigenen, lokalen, europäischen und US-Technologien.

„Die zunehmende Unabhängigkeit der Publisher durch eigene Adtech-Setups bringt höhere Monetarisierungspotenziale, führt aber zu einer starken Diversifizierung der Lösungen am Markt“, beobachtet Eugen Schmidt (AboutMedia), Leiter des Online-Vermarkterkreis.

Alternativen zu Google durch offenen Dialog

Trotz der vielen verschiedenen Anbieter ist Google sowohl im Adserver- als auch im SSP-Bereich einer der zentralen Tech-Partner, wodurch der viel beschriebene „Walled Garden“ des Digitalgiganten sukzessive noch mächtiger wird. Die geschlossene Struktur fördert Googles dominierende Position zusätzlich und verstärkt Ungleichheiten im Wettbewerb. Die neu geschaffene Transparenz durch den Ad-Stack soll die Diversität am Markt steigern und Publishern die Möglichkeit zum Austausch über eingesetzte Technologien bieten.  Im offenen Dialog können Marktteilnehmer künftig von gewonnen Erfahrungen profitieren und Alternativen zu den Google-Angeboten finden.

Der neue Ad-Stack liefert bereits eine wichtige Information für die Zukunft, in der ohne Consent-Management nichts mehr gehen wird. Sowohl Data-Management-Plattformen als auch Consent-Management-Plattformen werden erstmals ausgewiesen und geben einen wichtigen Einblick in den aktuellen Entwicklungsstand der Vermarkter. Darüber hinaus wird auch die Implementierung des neuen Transparency- und Consent-Frameworks des IAB (TCF v2.0) abgebildet.

„Das Bewusstsein für Consent-Management und vor allem die Umstellung auf TCF 2.0 ist noch nicht überall angekommen, obwohl es höchste Zeit ist. Ohne Zustimmung der User, wird es bald keine Digitalwerbung mehr geben“, erklärt Schmidt.

Ad-Stack ist für alle Marktteilnehmer offen

Auch ausländische Werbetreibende sollen von dem neuen Ad-Stack durch die gestiegene Markttransparenz profitieren. Er steht bewusst nicht nur Mitgliedern des Online-Vermarkterkreises offen. Schmidt lädt alle Marktteilnehmer ein, sich daran zu beteiligen und ihre technischen Möglichkeiten erfassen zu lassen. Je umfassender der österreichische Digitalwerbemarkt abgebildet werden kann, umso leichter können Werbetreibende bei heimischen Medien und Vermarktern buchen.

„Transparenz ist das beste Mittel, um Kundinnen und Kunden von den Vorteilen der heimischen Vermarkter zu überzeugen. Sie ist das größte Manko der US-Digitalgiganten und damit ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für die österreichischen Anbieter“, ist Schmidt überzeugt.

Interessierte Vermarkter können sich für eine Aufnahme in den Ad-Stack direkt an den Online-Vermarkterkreis (ovk@iab-austria.at) wenden. Die Übersicht wird laufend aktualisiert und ist über die Website des iab austria kostenfrei zugänglich.