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Informationen zu Blockern

02/2005
Roland M. Kreutzer, Tripple ad-locator.net

PopUp-Blocker, Werbeblocker und andere "Schädlinge" für die Onlinewerbung werden immer wieder angesprochen und kritisiert. Doch sind sie wirklich schädlich? Was steckt eigentlich genau dahinter und wie sind die Auswirkungen für die Werbung? Eine Analyse der Blocker-Technologien.

Ohne Blocker-Diskussion geht heute kaum mehr ein Gespräch über Onlinewerbung über die Bühne.  Jeder verwende Blocker, ist die Erkenntnis. Werbung käme daher nicht mehr an.

Fundiert ist eine solche Erkenntnis kaum. Über die Hintergründe einer eigentlich verständlichen Technik soll dieser Text daher aufklären.

Werbeblocker sind keine PopUp-Blocker

Unsere erste Erkenntnis ist, dass Blocker nicht gleich Blocker ist. Es gibt einerseits welche, die PopUps, d.h. aufgehende Browserfenster, unterbinden und solche, die gleich alle Zugriffe auf AdServer verhindern.

Beide Blocker-Typen verhindern das Aufgehen von PopUp-Fenstern. Doch nur der radikale Blocker schaltet alle Werbeformen von bekannten Servern aus.

Die Nebenwirkungen beider Blocker-Varianten sind jedoch enorm. Logins werden so unterbunden,  diverse Druckvorschaufunktionen schlagen fehl und im gravierendsten Fall werden Websites nicht mehr benutzbar. Besonders betroffen sind davon aufwändige Bank-Applikationen, welche für viel User wesentliche Gründe für das Online-gehen darstellen.

Aufgrund dieser Nebenwirkungen werden Blocker oft auch konfiguriert. Eine Ausschlußliste definiert "erlaubte" PopUps und deaktiviert dafür den Blocker wieder. Wer diesen Aufwand nicht machen möchte, deaktiviert gleich den ganzen Blocker.

Und wieviele User blocken den, der ihre Websites bezahlt?

Das ist schwer genau festzustellen. Der IAB hat dazu einmal einen Versuch gestartet. Anfang 2004 kamen alle Betreiber von großen AdServern zusammen und haben die Zahlen auf den Tisch geworfen. Unter 5% Anteil geblockter oder anderweitig verhinderter PopUps waren das so gewonnene Resultat für den heimischen Markt.

Unter "nicht angekommenen PopUps" sind auch jene, die aus anderen Gründen nicht dargestellt werden konnten (Javascript deaktiviert oder andere technsiche Probleme beim User).

Generell läßt sich sagen, dass die Grundeinstellungen der Software eher große, bekannte AdServer-Betreiber (vorwiegend aus den USA) berücksichtigt als nicht international tätige Unternehmen. Und eher Anbieter, deren Adressen zuordenbare Namen tragen (ad*, banner* etc. - fantasiename.server.at wird dagegen eher unwahrscheinlich sofort von der Software erkannt). Und die "verringerte maximale Reichweite" einer Kampagne ist stärker durch nicht vorhandene GIF-Alternativbanner und deakivierte Javascript-Interpreter stärker betroffen als durch blockierende Browser.

Seither hat sich einiges getan. User steigen vermehrt auf Browsersoftware um, die PopUps unterbinden kann. Und das Service Pack II zu Windows XP führt diese Funktion auch für den Internet Explorer ein. Die Verbreitung von PopUp-Blockern ist seither auf größere Anteile gestiegen - man nimmt 25 bis 40% Anteil mit PopUp-Blocker an (je nach Zielgruppe). Wohlgemerkt, diese Zahl betrifft PopUp-Blocker, nicht Werbeblocker. Keine Standardsoftware verhindert bisher die Anzeige anderer Werbeformen!

Und wieviel zahlt der Werbekunde, ohne Werbung dafür zu erhalten?

Das ist eine ganz einfache Rechnung - denn das Internet ist schonungslos, was die Verrechnung anbelangt. Genauso risikolos wie das TKP-Modell generell ist, ist auch die PopUp-Problematik. Denn nur ausgelieferte Werbeformen werden auch bezahlt.

Da die Auslieferung, sofern sie von Blockern unterbunden wird, am AdServer keinen Statistikeintrag hinterläßt, wird der Kontakt auch nicht zur Verrechnung herangezogen.  Ein geblockter Kontakt kostet nichts!

Den Schaden haben nur die Websites, die so von Ihren Usern "betrogen" werden. Denn die nutzbare Reichweite des Werbeträgers sinkt, wenn ein User Anzeigen ausblendet. Websites werden sich daher zur Wehr setzen, sollte das Problem wirklich einmal eines werden.

Doch es gibt kein Problem - oder surfen Sie etwa auf...

Das "Problem", das so heiß besprochen wird, ist jedoch keines. Denn die einzig wirklich betroffene Werbeform (PopUp) wird in Österreich praktisch nicht mehr eingesetzt - und das schon seit langer Zeit.

Wo man PopUps noch häufig findet sind die eher zwielichtigen Websites aus fernen Landen, wo man auch im Winter weniger anziehen muss (zumindest die Bilder auf diesen Websites zeigen die Menschen so).  ;-)

Fazit: Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird - das gilt auch für Blocker im Internet. Was auch immer sie blocken, die Onlinewerbung nimmt davon keinen wesentlichen Schaden. Schließlich ist das verbreitete Wissen, dass man Onlinewerbung braucht, um Websites kostenlos zu behalten, bei den Usern bereits angekommen. Und wo das noch nicht passiert ist, sollte eine entsprechende Information schnell erfolgen. Denn Onlinewerbung will dem User nichts Böses antun und genauso sollte es auch umgekehrt sein.  Dann funktioniert der Markt weiterhin so prächtig wie bisher.

In Kürze

PopUp-Blocker blocken "normale" Werbung nicht. Nur PopUps erreichen signifikant weniger User - aber sogar diese verursachen keinen Schaden beim Werbekunden. Alle anderen Werbeformen sind effizient wie eh und je - und werden es sowohl im Sinne der User und Werbekunden auch bleiben.

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